Umfangreichere Messdaten für Entertainment-Scheinwerfer

Martin Professional hat mit der Vorstellung des MAC Encore einen Schritt gewagt, den man in unserer Branche in dieser Form noch nie gesehen hat, der aber längst überfällig war. Ein Teil der Dokumentation zum neuen LED Moving Head ist eine umfassende photometrische Dokumentation. Daten zu Lichtstrom, Lichtstärke, Lichtqualität und Farbwiedergabe werden offengelegt, unterstützt mit Grafiken und gemessen durch ein zertifiziertes Labor.

Ein grosser Schritt für das Entertainment Licht

Warum das ein grosser Schritt ist? Im Gegensatz zum Architekturlicht, wo photometrische Daten schon länger eine wichtige Rolle spielten, ist es beim Showlicht noch nicht lange her, dass eine Angabe der elektrischen Leistung und der Farbtemperatur als Information genügten. Spätestens mit der LED ist aber alles etwas komplizierter geworden.

Lichtstrom oder Leistung der LED oder des Scheinwerfers?

LVKStatt mit Watt arbeitet man mittlerweile mit öfter Lumen. Das macht Sinn, denn während bei Glühlampen die emittierte Lichtmenge noch in etwa der verbrauchten Energie entsprach, können verschiedene LED-Engines mit gleichem Input von elektrischer Leistung (in Watt) einen ganz unterschiedlichen Output (in Lumen) erzeugen. Ob sich die Angabe des Lichtstroms in Lumen jedoch auf die LED-Engine oder den Scheinwerfer bezieht, ist meistens aus dem Datenblatt nicht ersichtlich, obwohl Linsen und Reflektoren den Output einer LED-Engine nochmal um ein Mehrfaches (!) reduzieren können. Dies erschwert den Vergleich zwischen verschiedenen Geräten.

Dementsprechend gibt Martin den Lichtstrom für den Scheinwerfer an und weist dies auch entsprechend aus. Als zusätzliche Informationen finden sich Lichtstärkeverteilungskurven (LVK) und Tabellen zur Beleuchtungsstärke (in Lux) mit unterschiedlichen Winkeln und auf verschiedene Distanzen.

Farbwiedergabe: CRi, TLCI, TMI-30

tm-30Mit dem Aufkommen der LED hat auch die Farbwiedergabe an Bedeutung gewonnen, da die Lichtqualität aus LED-Quellen im Vergleich zu Glühlampen sehr stark variiert. Es gibt verschiedene Systeme, um die Farbwiedergabe zu messen. Am bekanntesten ist der Farbwiedergabeindex Cri (im Deutschen Ra). Die meisten wissen: Je näher der Cri an 100 ist, desto besser. Über 80 ist gut, über 90 ist besser. Allerdings der CRi ein für LED wenig geeignetes Messsystem, da es zum Beispiel nicht in der Lage ist, Unterschiede von Lichtquellen mit identischem Farbwiedergabeindex aufzuzeigen: Obwohl LED-Scheinwerfer verschiedene LEDs für verschiedene Farben enthalten (z.B. Cyan, Magenta und Yellow, CMY) wird für den Cri ein Durchschnitt der Messungen aller Farben genommen. Die TLCI- und TM-30-Messwerte können die Farbwiedergabe viel besser erklären und sind damit zur Messung der Lichtqualität von LEDs deutlich geeigneter. Aus diesem Grund publiziert Martin Professional auch Daten für TLCI und TM-30.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Es ist zu hoffen, dass schon bald weitere Hersteller dem Beispiel von Martin Professional folgen und ähnlich umfangreiche Messdaten veröffentlichen. Ein Shootout ist natürlich auch in Zukunft der beste Weg, die Qualität eines Scheinwerfers zu beurteilen. Aber die Möglichkeit, Scheinwerfer anhand eines Datenblattes fair und transparent zu vergleichen, sollte eine wichtige Basis jeder Evaluation sein.

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